Die großen wissenschaftlichen Leistungen von Stefan Vogel (1925–2015). Teil 6 (Schluss). Die Pilzmückenblumen

Autor(en)
Anton Weber, Günter Gerlach
Abstrakt

Nachdem Stefan Vogel (in den späten 1950er-Jahren bewiesen hatte, dass bei den Kesselfallenblumen von Ceropegia (Apocynaceae-Asclepiadoideae) winzige Fliegen als Bestäuber agieren (Mikromyiophilie), konnte er zwanzig Jahre später eine weitere und ganz spezielle Fliegengruppe als Bestäuber ausmachen: Pilzmücken (Mycetophilidae, Sciaridae u.a.). Vogel (konnte weiter zeigen, dass manche Blüten oder Blütenstände im Laufe der Evolution gestaltliche und olfaktorische Merkmale von Pilzen angenommen haben. Solche „Pilzmimeten“ haben sich in mindestens vier Verwandtschaftskreisen entwickelt: Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse), Araceae (Aronstabgewächse), Corsiaceae und Orchideen. Als die vielleicht spektakulärsten Fälle sind zu nennen: Aristolochia arborea, mit einer vor dem Eingang der Kesselfalle stehenden Hutpilz-Attrappe, und die Arten der Gattung Dracula (Orchidaceae), deren Labellum den Hut eines Lamellen- oder Leistenpilzes imitiert.

Organisation(en)
Department für Botanik und Biodiversitätsforschung
Externe Organisation(en)
Botanischer Garten München-Nymphenburg
Journal
Der Palmengarten
Band
84
Seiten
91-110
ISSN
0176-8093
Publikationsdatum
01-2021
ÖFOS 2012
106008 Botanik, 106042 Systematische Botanik, 106029 Pflanzenmorphologie
Link zum Portal
https://ucris.univie.ac.at/portal/de/publications/die-grossen-wissenschaftlichen-leistungen-von-stefan-vogel-19252015-teil-6-schluss-die-pilzmuckenblumen(094f22fe-878a-4a46-948d-c41129c155da).html